Kleine Blutsauger in Wald und Wiese

Zecken sind ungefährlich, nicht aber die Krankheitserreger, die sie übertragen können

Wiese

Im Frühjahr beginnt die Zecken-Saison. Die Stiche der kleinen Spinnentiere wären kaum der Rede wert, wenn durch sie nicht zahlreiche Krankheitserreger übertragen würden. Für Menschen, aber auch Hunde und Katzen kann ein Zeckenstich teils dramatische Folgen haben: Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis mit Symptomen von grippeähnlichen Schüben bis hin zu Hirnhautentzündung gehören zu den am häufigsten von Zecken übertragenen Krankheiten.

Doch mit einigen Vorsichtsmassnahmen kann das Risiko eines Zeckenbefalls stark reduziert werden. Und auch nach einem Zeckenstich lässt sich durch ein umsichtiges Agieren das Infektionsrisiko senken. Sollte es dennoch zu einer Erkrankung kommen, ist fachmännischer Beistand erforderlich, um eine Gesundung zu gewährleisten. In jedem Fall geben die Amavita- und Sunstore-Apotheker gerne detaillierte Auskunft.



Was Sie über Zecken wissen sollten

Zecken gehören zu den Spinnentieren und sind weltweit in etwa 900 Arten verbreitet. Die in der Schweiz am häufigsten anzutreffende Art ist der Holzbock (lat. Ixodesricinus), der für den Menschen ungefährlich ist. Allerdings können durch Zecken übertragene Erreger zum Teil schwerwiegende Erkrankungen auslösen.


Zecken sind mehrheitlich im Frühling und im Spätsommer aktiv. Allerdings besteht während der gesamten wärmeren Jahreszeit erhöhte Ansteckungsgefahr, denn Zecken benötigen das Blut ihrer Opfer, um verschiedene Entwicklungsstadien von der Larve bis zum erwachsenen Tier zu durchlaufen.


Ihr natürlicher Lebensraum ist das feucht-warme Unterholz: Zecken erklimmen das Buschwerk entlang des Weges oder am Waldesrand und befallen vorbeiziehende Lebewesen. Dass sie von Bäumen auf ihre Opfer springen, ist allerdings ein Irrglaube. Und auch ihr Biss gehört ins Reich der Legenden: Zecken stechen mit ihren feinen Mundwerkzeugen und saugen – sofern sie dabei nicht gestört werden – mehrere Tage das Blut ihres Wirts.

Zecke International

Sie sind im Ausland Opfer eines Zeckenstichs geworden und suchen nun nach der passenden Vokabel für den kleinen Unhold?
Hier einige Übersetzungen, mit denen Sie sich verständlich machen können:

  • Zecke auf Englisch: tick
  • Zecke auf Französisch: la tique
  • Zecke auf Spanisch: la garrapata
  • Zecke auf Russisch: клещ (sprich: kleshch)
  • Zecke auf Griechisch: τσιμπούρι (sprich: tsimpoúri)
  • Zecke auf Niederländisch: teek
  • Zecke auf Türkisch: kene

Da Zeckenstiche für den Menschen schmerzlos sind und sich die kleinen Achtbeiner gern an schwer einsehbaren Stellen wie dem Schulterblatt, der Kniekehle oder dem Schambereich ans Werk machen, bleiben ihre Attacken meist unbemerkt. Dass sie Blut entnehmen, ist auch keinesfalls dramatisch. Allerdings können sie über ihre Saugwerkzeuge oder ihre Ausscheidungen gefährliche Krankheitserreger verbreiten. Aus diesem Grund sollten Sie sich vor Zecken schützen.


Was Sie noch nicht über Zecken wussten

Zecken können wahre Plagegeister sein, sind aber vor allem sehr erstaunliche Tiere: zehn Fakten, die Sie überraschen!


1. Hart im Nehmen. Ob im Wasser oder bei Minusgraden: Zecken sind schwer kleinzukriegen. Auch einen Waschgang bei bis zu 40 Grad überleben sie problemlos. Erst im Wäschetrockner machen die in der Kleidung verhangenen Plagegeister schlapp.

2. Unter Nagern. Zecken überwintern bevorzugt in den Nestern von Mäusen. Bei ihnen infizieren sie sich auch hauptsächlich mit gefährlichen Krankheitserregern. So ist jede zweite Zecke mit Borrelia-Bakterien belastet, die Borreliose hervorrufen können.

3. Im feuchten Milieu. Zecken mögen es warm und nass. Dementsprechend sind sie vor allem nach Regengüssen, vormittags, am späten Nachmittag und auch nachts aktiv. Besonders stechwütig sind übrigens junge Zecken, die viel Blut benötigen, um ihre letzten Entwicklungsstadien zu durchlaufen.

4. Langlebige Biester. Zecken überleben bis zu drei Wochen im Wasser. Vorsicht ist also auch an Seen und stillen Bächen geboten, die von Buschwerk umstanden sind. Zecken werden übrigens bis zu neun Jahre alt – entsprechend lang sind sie gefährlich.

5. Gefahrenzone Garten. Nicht nur Wald und Flur sind bevorzugte Zeckenhabitate, auch der heimische Garten hat es in sich: 40 % aller Zeckenstiche ereignen sich rund um die eigenen vier Wände. Vorsicht sollten Sie also auch im eigenen oder Nachbars Garten walten lassen.

6. Radikaler Jo-Jo-Effekt. Zecken können bis zu einem Jahr ohne Nahrung auskommen. Wenn sie aber ein Opfer gefunden haben, nehmen sie in einem Zug schnell einmal das 100-Fache ihres Eigengewichts an Blut zu. Da der Stich einer Zecke nicht schmerzt, bleibt er oft unbemerkt.

7. Krankmacher Nummer eins. In Europa sind Zecken die grössten Krankheitsverbreiter – noch vor Mücken. Zu den verbreitetsten Krankheiten, deren Erreger von Zecken übertragen werden, zählen Borreliose und FSME.

8. Stich nach Plan. Die Verbreitungsgebiete von Zecken lassen sich exakt bestimmen. Auf ständig aktualisierten Zecken-Karten können Sie sich informieren, wo sich Risikogebiete befinden.

9. Riskante Stiche. In FSME-Risikogebieten führt einer von 150 Zeckenstichen zu einer Infizierung, in Borreliose-Risikogebieten ist sogar jeder 15. Stich einer Zecke verhängnisvoll. Hier ist eine Schutzimpfung ratsam.

10. Infektion mit Tradition. Zecken plagen schon unzählige Menschengenerationen mit der Übertragung von Krankheitserregern. Das erste bekannte Borreliose-Opfer war Ötzi, der Mann aus dem Eis. Spätere Leidensgenossen sind Michael J. Fox, George W. Bush und Sebastian Schweinsteiger.

Zecke Icon




Wie Sie sich vor Zecken schützen können

Mit ein paar einfachen Vorsichtsmassnahmen kann das Risiko eines Zeckenstichs erheblich reduziert werden. So sollten besonders im Frühjahr, aber auch im Sommer bestimmte Risikogebiete gemieden werden. Wo die Zecken besonders verbreitet sind, veranschaulichen einschlägige Karten.


In der Natur sollte ein gewisser Abstand zu Strauchwerk an Wald und Weg gewahrt werden: Zecken erklimmen Büsche und Farne bis zu anderthalb Meter und harren auch in Höhen bis zu 1.500 Metern über dem Meeresspiegel aus. Hier ist Vorsicht geboten.

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Zeckenstich und Versicherung

  • Da Frühsommer-Meningoenzephalitis nicht ursächlich behandelt werden kann, empfiehlt sich für Personen, die sich vorübergehend oder dauerhaft in FSME-Risikogebieten aufhalten, eine Schutzimpfung.

    Diese wird mittels einer Spritze in den Oberarm, bei Kindern in den Oberschenkel injiziert. Die FSME-Impfung wird von der Grundversicherung bezahlt.

    Der Zeckenstich selbst gilt in der Schweiz als Unfall. Wird er der Versicherung gemeldet, können eventuell anfallende Behandlungen diesem Ereignis zugeordnet werden.

Vorsorglich empfehlen sich bedeckende Kleidung sowie die Verwendung eines Zeckenschutzmittels für Haut und Kleidung. Auch eine Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis – eine der häufigsten Erkrankungen, die durch Zecken übertragen wird – ist ratsam für Erwachsene und Kinder ab sechs Jahre, die sich in Gebieten mit Impfempfehlung dauerhaft oder zeitweise aufhalten.


Wer sich in Risikogebieten aufhält, sollte nach der Rückkehr aus der Natur Körper und Kleidung nach Zecken absuchen. Auch bei Haustiere lohnt ein aufmerksamer Blick, denn auch sie können befallen sein.


Findet sich eine Zecke, muss diese schnellstmöglich entfernt werden, um eine Erregerübertragung zu vermeiden. Und auch wenn sich kein Blutsauger findet: Wer sich unwohl fühlt, fiebert oder grippeähnliche Symptome aufweist, sollte einen Arzt aufsuchen.

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Was kann passieren, wenn eine Zecke zusticht?

Zecken auf Blatt

Durch einen Zeckenstich können Krankheitserreger auf den Menschen oder das Haustier übertragen werden. Besonders verbreitet ist das Bakterium Borreliaburgdorferi, das Borreliose (auch Lyme-Krankheit genannt) auslöst. Schweizweit treten bis zu 5.000 Krankheitsfälle pro Jahr auf.


Auch wenn die Erkrankung häufig unbemerkt verläuft, kann sie sich in teils heftigen Symptomen äussern: Wenige Tage nach dem Stich treten dann Hautrötungen um die Einstichstelle und grippeähnliche Beschwerden auf. Wochen und Monate nach dem Befall können sich Lähmungserscheinungen an Armen, Beinen und im Kopfbereich einstellen. Seltener kommen Herzbeschwerden hinzu. Im finalen Stadium, das Jahre nach dem Zeckenstich eintritt, machen sich grossflächige Hautveränderungen und – wenn auch selten – chronische Veränderungen am Nervensystem oder den Gelenken bemerkbar.

Verbreitet ist ebenso die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Diese von Viren ausgelöste Erkrankung führt zu Kopfschmerzen und grippeähnlichen Symptomen, später bei bis zu 15 Prozent der Betroffenen auch zu bleibenden Beeinträchtigungen des Nervensystems. Auch Todesfälle treten ein. In der Schweiz erkranken jährlich mehr als 120 Personen an FSME.


Weitere Krankheiten wie die durch Bakterien ausgelöste Ehrlichiose und die Babesiose durch Parasitenbefall treten in der Schweiz nur sehr selten auf.

Was muss ich tun, wenn mich eine Zecke gestochen hat?


Bei einem Zeckenstich muss das Tier sofort entfernt werden, damit die Übertragung von Krankheitserregern verhindert wird. Als Hilfsmittel eignen sich Pinzette oder Zeckenzange. Hiermit wird der Hals des Tieres fixiert und angezogen. Wichtig: Die Zecke darf nicht am Hinterteil gepackt werden, da sie durch den Darm eventuell Bakterien in die Wunde abgibt. Auch sollte die Zecke nicht gedreht werden, da sonst die Gefahr besteht, dass der Hals zerreisst und der Kopf in der Haut stecken bleibt. Durch ein einfaches, behutsames Ziehen lässt die Zecke normalerweise von selbst los und kann entfernt werden.


Bei der Entfernung von Zecken sollte auf aggressive Substanzen wie Nagellackentferner, Essig oder Alkohol verzichtet werden, da diese die Zecke reizen und das Übertragungsrisiko von Erregern nur erhöhen, da sich die gereizte Zecke eventuell über der offenen Wunde übergibt.


Eine mögliche Borreliose-Infektion kann durch einen Bluttest abgeklärt werden. Im Fall einer Erkrankung kommen Antibiotika therapeutisch zum Einsatz. Eine prophylaktische Schutzimpfung ist allerdings nicht möglich.


Anders verhält es sich bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis: Auch diese lässt sich mittels einer Blutuntersuchung bestimmen, jedoch kann sie mit Antibiotika nicht behandelt werden. Durch eine Impfung lässt sich allerdings eine Erkrankung verhindern.




Wie kann ich meine Haustiere vor Zecken schützen?

Hund

Zur Vorbeugung von Zeckenstichen bei Haustieren eignen sich Zeckenhalsbänder oder Zeckenschutz-Präparate, die während der gesamten Zeckensaison angewendet werden müssen, um maximale Sicherheit zu gewährleisten. Prophylaktisch empfiehlt sich für Hunde eine Borreliose-Impfung.


Regelmässig sollten Haustiere auf Zecken untersucht werden, wobei besonders dünn behaarte Stellen etwa an Kopf, Ohren, Achseln und den Schenkelinnenseiten aufmerksam abzusuchen sind, da sich hier besonders gern Zecken niederlassen.

Zecken bei Haustieren – was tun?

Zecken können auch auf Haustiere Krankheitserreger übertragen – mit zum Teil gravierenden Folgen. Bei schwerem Zeckenbefall besteht zudem die Gefahr einer Blutarmut.


In den meisten Fällen lösen die Zeckenstiche lokale Entzündungen aus, die häufig problemlos verheilen. Allerdings können Babesiose und Borreliose bei Hunden lebensgefährlich sein.


Da die Erreger oft erst Stunden oder Tage nach dem Zeckenbefall übertragen werden, sollten die Blutsauger schnell entfernt werden und die Stichstelle mit einem geeigneten Zeckenschutz-Präparat behandelt werden.


Das Schutzmittel kann grossflächig aufgetragen werden, um auch unentdeckte Tiere zu entfernen. Zur Absicherung empfiehlt sich ein Besuch beim Tierarzt.