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120 mg Rifampicin
,
50 mg Isoniazid
,
300 mg Pyrazinamid
,
Natrium laurylsulfat
,
Calcium stearate
,
Saccharose
,
Carmellose natrium
,
Povidon K30
,
Magnesiumcarbonat, leichtes, basisches
,
Ton weisser
,
Arabischer Gummi
,
Talkum
,
Siliciumdioxid, hochdisperses
,
Aluminiumoxid, wasserhaltig (Algeldrat)
,
Titandioxid (E171)
,
Natrium
Swissmedic-genehmigte Patienteninformation
Sanofi-Aventis (Suisse) SA
Rifater wirkt gegen die Bakterien, die Tuberkulose verursachen. Es wird auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin zur Behandlung der Lungentuberkulose während der ersten zwei Monate einer mindestens sechs Monate dauernden Behandlung eingesetzt.
Dieses Arzneimittel wurde Ihnen von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin zur Behandlung Ihrer gegenwärtigen Erkrankung verschrieben. Die Antibiotika in Rifater sind nicht gegen alle Mikroorganismen, welche Tuberkulose verursachen, wirksam. Die Anwendung eines falsch gewählten oder nicht richtig dosierten Tuberkulostatikums kann Komplikationen verursachen. Wenden Sie es deshalb nie von sich aus für die Behandlung anderer Erkrankungen oder anderer Personen an. Auch bei späteren neuen Infektionen dürfen Sie Rifater nicht ohne erneute ärztliche Konsultation anwenden.
Nehmen Sie Rifater nicht ein:
Während der Anwendung von Rifater wurde von akuten, schweren medikamentös bedingten Überempfindlichkeitsreaktionen und schweren Hautreaktionen wie dem Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) oder der toxischen epidermalen Nekrolyse (TEN), der akuten generalisierten exanthematischen Pustulose (AGEP) und dem Arzneimittel-Hypersensitivitätssyndrom (DRESS) berichtet. Schwere Hautreaktionen äussern sich häufig in der Bildung von weisslichen Pusteln oder Blasen auf der Haut, einem Abschälen der Haut oder Hautgeschwüren (die hauptsächlich Lippen, Augen, Mund, Nase, Genitalien, Hände oder Füsse betreffen können) mit oder ohne Rötung. Es können auch pseudogrippale Symptome wie Fieber, Schüttelfrost oder Gliederschmerzen auftreten. Zudem können Überempfindlichkeitsreaktionen wie Gesichtsödem oder hohes Fieber, Atemprobleme, Pharyngitis (Rachenentzündung) und Lymphknotenschwellungen auftreten. Bei Auftreten eines oder mehrerer dieser Symptome ist Rifater sofort abzusetzen und umgehend Ihr Arzt oder Ihre Ärztin aufzusuchen, da solche Nebenwirkungen lebensbedrohlich sein können. Wenn bei Ihnen solche Erscheinungen auftreten, dürfen Sie nie wieder mit Rifater behandelt werden.
Die in Rifater enthaltenen Wirkstoffe können Leberfunktionsstörungen, Leberentzündungen, Erkrankungen der Gallengänge und schwere Leberschäden, in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf, verursachen. Diese schwerwiegenden Leberentzündungen können einige Tage bis hin zu mehrere Monate nach Behandlungsbeginn auftreten.
Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird deshalb Ihre Leberfunktion sorgfältig überwachen, insbesondere bei Vorliegen folgender Risikofaktoren für Leberzellschäden:
Frühe Warnzeichen einer Leberentzündung oder einer Erkrankung der Gallengänge sind Juckreiz auf der Haut (Pruritus), Müdigkeit, Schwächegefühl, Unwohlsein, Appetitverlust, Übelkeit oder Erbrechen, Bauchschmerzen, eine Gelbfärbung der weissen Augapfelanteile oder der Haut (Gelbsucht), entfärbter Stuhl oder das Auftreten von dunklem Urin. Suchen Sie bei Auftreten solcher Symptome sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf, da dies Anzeichen einer schweren Erkrankung der Leber sein können, welche ärztlich behandelt werden muss und die Absetzung von Rifater erfordert.
Rifater kann paradoxe Reaktionen auslösen, die sich durch eine Verschlechterung der Symptome oder ein Wiederauftreten der Tuberkulose zwischen 2 Wochen bis hin zu 18 Monaten nach Beginn der Behandlung mit Rifater äussern. Wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt / Ihre Ärztin, wenn Sie folgende Symptome verspüren: Husten, Kurzatmigkeit, Fieber, geschwollene Lymphknoten, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Appetitverlust, Gewichtsabnahme oder Schwächegefühl.
Rifater kann eine Lungenentzündung verursachen (interstitielle Lungenerkrankungen/Pneumonie).
Informieren Sie vor Beginn der Behandlung mit Rifater Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie bereits einmal eine Lungenentzündung hatten. Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie während der Behandlung neu oder plötzlich auftretende Atemschwierigkeiten (Kurzatmigkeit) bemerken, möglicherweise begleitet von trockenem Husten oder Fieber. Sollten sich diese Symptome durch eine Antibiotikabehandlung nicht bessern, kann es sich um Symptome einer Lungenentzündung handeln. Diese Erkrankung kann aufgrund einer anormalen Ansammlung von Entzündungszellen in der Lunge zu gravierenden und lebensbedrohlichen Atemproblemen führen.
Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie solche Symptome verspüren oder wenn sich die Symptome trotz der Antibiotikabehandlung nicht bessern.
Rifater kann lebensbedrohliche Blutgerinnsel in den kleinen Blutgefässen im gesamten Organismus verursachen (thrombotische Mikroangiopathie). Sollten Sie während Ihrer Behandlung Symptome wie Ekchymosen (blaue Flecken), Blutungen, Fieber, anhaltende Schwäche und Müdigkeit, Verwirrtheit, Übelkeit oder Kopfschmerzen beobachten, informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, sodass geeignete Massnahmen eingeleitet werden können, z.B. Blutuntersuchungen und Nierenfunktionstests.
Rifater kann insbesondere bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz zu Kleinhirnsyndrom führen. Wenn Sie Beschwerden wie Koordinationsstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Probleme bei der Ausführung von Bewegungen, Sprachstörungen, unwillkürliche Augenbewegungen entwickeln und/oder eine Nierenkrankheit hatten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker oder Ihrer Ärztin oder Apothekerin (siehe «Welche Nebenwirkungen kann Rifater haben?»).
Rifater kann Erkrankungen der Nerven hervorrufen. Bei Patientinnen und Patienten mit schlechtem Ernährungszustand, Jugendlichen oder Patientinnen und Patienten mit Neigung zu Nervenleiden (z.B. bei Diabetes) wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin bei Bedarf Vitamin B6 verordnen.
Wenn Sie an Epilepsie leiden, müssen Sie von Ihrem behandelnden Arzt bzw. Ihrer behandelnden Ärztin besonders aufmerksam medizinisch überwacht werden. Bei Patientinnen und Patienten mit Epilepsie können Anfälle möglicherweise vermehrt auftreten.
Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird zu Beginn und danach in regelmässigen Abständen neben der Leberfunktion auch das Blutbild und die Nierenfunktion überprüfen.
Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko (z.B. aufgrund von Geschwüren im Magen oder Darm oder wegen einer Blutgerinnungsstörung) müssen regelmässig ihre Blutgerinnungsfähigkeit messen lassen. Gegebenenfalls wird der Arzt bzw. die Ärztin entscheiden, dass eine ergänzende Zufuhr von Vitamin K notwendig ist.
Diese Therapie darf nur mit vorheriger Zustimmung Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin unterbrochen werden, um eventuellen Nebenwirkungen vorzubeugen (Hautreaktionen, grippeähnliche Beschwerden und andere schwere Reaktionen). Eine allfällige Wiederaufnahme der Therapie darf auf keinen Fall ohne ärztliche Konsultation erfolgen, da sonst unter Umständen schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten können.
Nehmen Sie keine anderen Arzneimittel gleichzeitig mit Rifater ein, ausser wenn Sie es mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin so besprochen haben. Viele Arzneimittel (Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin wissen welche) können weniger wirksam sein oder es können vermehrt Nebenwirkungen auftreten, wenn sie gleichzeitig mit Rifater verabreicht werden:
Patientinnen und Patienten mit Zuckerkrankheit müssen vorsichtig sein, da die Blutzuckerkontrolle während der Behandlung mit Rifater erschwert ist.
Vorsicht ist auch bei Patientinnen und Patienten angezeigt, die Gicht hatten.
Wechselwirkungen können mit bestimmten Nahrungsmitteln (Fisch, Käse, Rotwein) auftreten und zu schweren Reaktionen wie Kopfschmerzen, Schwitzen, Herzklopfen und Gesichtsrötung führen. Der Konsum dieser Nahrungsmittel sollte während einer Behandlung mit Rifater vermieden werden. Alkoholkonsum ist grundsätzlich zu vermeiden.
Urin, Speichel, Schweiss und Tränen und damit auch weiche Kontaktlinsen können sich aufgrund der roten Farbe eines der Wirkstoffe rötlich verfärben. Da die Verfärbung weicher Kontaktlinsen dauerhaft sein kann, sollten Sie während der Behandlung keine weichen Kontaktlinsen tragen.
Wenn Sie ein zeugungsfähiger Mann bzw. Jugendlicher oder eine Frau bzw. Jugendliche im gebärfähigen Alter sind, müssen Sie während der gesamten Dauer der Behandlung und auch noch nach Abschluss der Behandlung wirksame Verhütungsmethoden anwenden (siehe «Darf Rifater während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen / angewendet werden?» und «Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von Rifater Vorsicht geboten? / Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln»).
Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen oder Werkzeuge zu bedienen, beeinträchtigen.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn:
Dieses Arzneimittel enthält Saccharose. Bitte nehmen Sie dieses Arzneimittel erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Filmtablette, d.h. es ist nahezu «natriumfrei».
Bei Verabreichung während den letzten Wochen der Schwangerschaft können durch Rifampicin bei der Mutter und beim Kind postnatale Blutungen ausgelöst werden. Beim Menschen ist das genaue Risiko für den Fötus nicht bekannt. Systematische wissenschaftliche Untersuchungen wurden nicht durchgeführt. Während der Schwangerschaft sollte Rifater nicht eingenommen werden, es sei denn, dieses Arzneimittel wird Ihnen ausdrücklich von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin verordnet.
Wenn Sie ein zeugungsfähiger Mann bzw. Jugendlicher sind, müssen Sie während der gesamten Behandlungsdauer und bis drei Monate nach Behandlungsende wirksame Verhütungsmethoden anwenden (um zu verhindern, dass Sie ein Kind zeugen).
Wenn Sie eine Frau bzw. Jugendliche im gebärfähigen Alter sind, müssen Sie während der gesamten Behandlungsdauer und bis sechs Monate nach Behandlungsende wirksame Verhütungsmethoden anwenden.
Rifater kann die Wirkung hormoneller Verhütungsmittel («Anti-Baby-Pille») verhindern. Das bedeutet, dass Sie während Ihrer Behandlung mit Rifater andere Verhütungsmethoden (Barrieremethoden) anwenden müssen. Wenn Sie hierzu noch Fragen haben oder unsicher sind, wenden Sie sich an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin oder Ihren Apotheker bzw. Ihre Apothekerin.
Es ist nicht bekannt, ob die Fruchtbarkeit beim Menschen durch die Anwendung von Rifater beeinträchtigt werden kann.
Mütter, die mit Rifater behandelt werden, dürfen ihr Kind nicht stillen, da die Wirkstoffe von Rifater in die Muttermilch ausgeschieden werden.
Rifater muss gemäss den Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin eingenommen werden. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin setzt die Dosierung und Behandlungsdauer fest.
Rifater wird üblicherweise während den ersten zwei Monaten einer mindestens sechs Monate dauernden Tuberkulosebehandlung eingesetzt. Unter Umständen verschreibt Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin ein zusätzliches Arzneimittel gegen Tuberkulose. Rifater wird täglich ungefähr 1 Stunde vor einer Mahlzeit eingenommen (Tagesdosis auf einmal einnehmen und nicht über den Tag verteilen). Die Tagesdosis beträgt je nach Körpergewicht 3–6 Filmtabletten. Sofern vom Arzt bzw. der Ärztin nicht anders verordnet, wird Rifater wie folgt dosiert:
Gewicht 30–39 kg: 3 Filmtabletten Rifater/Tag
Gewicht 40–49 kg: 4 Filmtabletten Rifater/Tag
Gewicht 50–64 kg: 5 Filmtabletten Rifater/Tag
Gewicht 65 kg und mehr: 6 Filmtabletten Rifater/Tag
Rifater eignet sich nicht für die Behandlung von Kindern.
Nach Beendigung dieser zweimonatigen Phase wird die Behandlung mit anderen Arzneimitteln für mindestens weitere vier Monate fortgesetzt.
Es ist wichtig, dass Rifater täglich, ohne Unterbruch eingenommen wird, da sonst die Wirksamkeit nicht gewährleistet ist oder vermehrt unerwünschte Wirkungen auftreten können (siehe Rubrik «Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von Rifater Vorsicht geboten?»).
Eine begonnene Therapie mit Tuberkulostatika sollte so lange wie vom Arzt bzw. von der Ärztin verordnet durchgeführt werden. Ändern Sie weder die tägliche Dosis noch die Therapiedauer, ohne vorher Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin zu halten.
Die Krankheitssymptome verschwinden oft, bevor die Infektion vollständig ausgeheilt ist. Führen Sie die Behandlung daher auch dann nach den Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin weiter, wenn Sie keine Symptome mehr spüren. Eine ungenügende Anwendungsdauer oder ein zu frühes Beenden der Behandlung kann ein erneutes Aufflammen der Erkrankung zur Folge haben.
Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und vor Feuchtigkeit geschützt im verschlossenen Umkarton lagern. Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.
Isoniazid 50 mg, Pyrazinamid 300 mg, Rifampicin 120 mg
Natriumlaurylsulfat, Calciumstearat, Saccharose, Natrium-Carmellose, leichtes Magnesiumcarbonat, Kaolin, Gummi arabicum, Povidon, Titandioxid (E171), Talk, hochdisperses Siliciumdioxid, wasserhaltiges Aluminiumoxid, Eisenoxid (E172).
47063 (Swissmedic).
Sie erhalten Rifater in Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.
Packungen zu 60 Filmtabletten.
sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE
Diese Packungsbeilage wurde im Februar 2026 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.
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