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    Wenn es juckt und brennt

    Wenn die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht gerät, haben Pilze und schädliche Bakterien leichtes Spiel: Ausfluss, unangenehmer Geruch, Jucken und Brennen sind die Folgen. Doch was tun, wenn es juckt und brennt?

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    Im Gleichgewicht

    Die Vaginalflora im Gleichgewicht zu halten, ist wichtig, denn sie sorgt dafür, dass Pilze und schädliche Bakterien sich nicht einnisten und Schaden anrichten können. Damit schützt sie auch alle weiblichen Organe vor Krankheiten. Die Vagina ist von der Scheide bis zum Muttermund mit Schleimhaut bedeckt. Eine gesunde Vaginalflora besteht hauptsächlich aus nützlichen Milchsäurebakterien, die sich durch das Geschlechtshormon Östrogen vermehren und Milchsäure produzieren. So entsteht ein saures Klima im Inneren der Scheide, in welchem Pilze und schädliche Bakterien kaum eine Chance haben, sich zu vermehren.

    Aus dem Gleichgewicht geraten?

    Trotzdem kann die Vaginalflora aus dem Gleichgewicht geraten, wie Mariyana Despodova, Oberärztin in der Frauenpraxis KSA am Bahnhof Aarau, erklärt: «Eine Ursache kann die Periode selbst sein, da das Blut in der Scheide einen negativen Einfluss auf das Scheidenklima hat, wodurch für schädliche Bakterien bessere Bedingungen für eine Vermehrung entstehen. Auch Stress kann eine Rolle spielen, da dadurch der Blutzucker ansteigt, was sich ebenfalls negativ auf das Scheidenklima auswirken kann. Eine weitere Ursache ist die Einnahme von Antibiotika, die zwischen guten und schlechten Bakterien nicht unterscheiden. Daher werden auch die nützlichen Milchsäurebakterien in der Scheide reduziert, was zu Pilz- oder Bakterieninfektionen führen kann. Auch häufige Vaginalduschen oder die Benutzung falscher Seifen und Duschgels können die Scheidenflora empfindlich stören.» Damit verändert sich der pH-Wert in der Scheide vom leicht sauren Bereich (ca. 3,8 bis 4,5), und es entsteht ein leicht basisches Milieu (> 4,5). Dieses bietet Pilzen und schädlichen Bakterien, die von aussen eindringen, ideale Bedingungen, um sich zu vermehren.

    Die bakterielle Vaginose

    «Eine der häufigsten Erkrankungen ist die bakterielle Vaginose. Man erkennt sie an einem unangenehmen, fischigen Geruch und vermehrten Ausfluss», erklärt Mariyana Despodova. «Solche Infektionen können mit lokalen Antibiotika gut behandelt werden. Es ist jedoch wichtig, im Anschluss sofort einen Aufbau mit Milchsäurebakterien vorzunehmen, damit kein Rückfall entsteht.» Nebst dem unangenehmen Ausfluss können auch Juckreiz sowie Schmerzen im Vaginalbereich und beim Geschlechtsverkehr auftreten. Bei solchen Anzeichen sollte man unbedingt den Frauenarzt aufsuchen. Die Gynäkologin rät: «Hinter solchen Beschwerden können auch Krankheiten wie eine Entzündung der Scheide oder der Gebärmutterhalsschleimhaut stecken. Bei solchen Beschwerden sollte unbedingt der Frauenarzt aufgesucht werden, damit eine Diagnose gestellt und die entsprechende Behandlung erfolgen kann. Insbesondere bei schwangeren Frauen ist dies unbedingt notwendig.»

    Pilzinfektionen

    Auch der Scheidenpilz (vulvovaginale Candidose) zählt zu den häufigsten Infektionen der Scheide, die durch den Hefepilz Candida albicans ausgelöst wird. «Scheidenpilze verursachen häufig starken Juckreiz, ein Brennen, Wundheitsgefühl, einen veränderten Ausfluss sowie vaginale Rötung und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und beim Wasserlassen aus», weiss Mariyana Despodova. «Eine akute genitale Pilzinfektion wird meist mit Antipilzmitteln behandelt, die lokal angewendet werden. Auch hier rate ich, den Frauenarzt zu konsultieren, denn ein hartnäckiger sich wiederholender Scheidenpilz kann auch mit einem erhöhten Blutzuckerspiegel zusammenhängen, welcher auf eine bisher unerkannte Diabeteserkrankung zurückzuführen ist.»

    Aufbau der Scheidenflora

    In der Gynäkologie werden sogenannte Probiotika eingesetzt um eine gesunde Scheidenflora wieder aufzubauen. Dabei handelt es sich um lebende Mikroorganismen, meist um Milchsäurebakterien. Orale Probiotika gelangen in den Darm und die Vagina wird vom Darm ausgehend mit diesen Bakterien besiedelt. Je nachdem, wie lang eine bakerielle Vaginose gedauert hat, kann es einige Zeit dauern, bis die Scheidenflora wieder im Gleichgewicht ist. Dies bestätigt auch die Gynäkologin: «Insbesondere bei wiederkehrenden Scheideninfektionen kann es sein, dass eine wochen- oder gar monatelange Behandlung mit Probiotika erforderlich ist. Hier ist Geduld gefragt, die sich aber letztlich auszahlt.»

    Do’s und Dont’s

    Immer wieder hört man von Tampons, die mit Joghurt oder Quark versehen wurden und die helfen sollen. Die Gynäkologin rät: «Dies sollte man auf keinen Fall tun, denn die Milchsäurebakterien von Joghurt und Quark unterscheiden sich von denjenigen in der Scheide. Damit kann man eine Infektion sogar noch verschlimmern.»

    Ebenfalls wird geraten, auf Vaginalduschen zu verzichten: «Dadurch werden nützliche Milchsäurebakterien ausgespült und die Scheidenflora wird geschwächt. Es ist wesentlich besser, den Intimbereich einmal pro Tag mit einer pH-neutralen Waschlotion zu reinigen. Und achten Sie auf Baumwollunterwäsche, die insbesondere im Sommer Feuchtigkeit durch vermehrtes Schwitzen besser abtransportiert. So vermeiden Sie zu viel Feuchtigkeit im Intimbereich, die die Vaginalflora ebenfalls negativ beeinflussen kann.»

    Diskrete Hilfe bei Vaginalbeschwerden

    Ob Juckreiz, Ausfluss oder Trockenheit – bei uns sind Sie mit jedem Anliegen gut aufgehoben. Wir beraten Sie vertraulich, klären die Symptome ab und geben Ihnen direkt das passende Medikament – auch bei Rezeptpflicht.Jetzt Termin vereinbaren und Hilfe erhalten
    Inhalt
    • Im Gleichgewicht
    • Aus dem Gleichgewicht geraten?
    • Die bakterielle Vaginose
    • Pilzinfektionen
    • Aufbau der Scheidenflora
    • Do’s und Dont’s

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