Medikamente & Behandlung
Beauty & Körperpflege
Ernährung & Gesundheit
Baby & Eltern
Sanitätsartikel & Krankenpflege
Haushalt & Reinigung
Marken
Aktionen
Übermässiges Bauchfett gilt als besonderes Risiko für die Gesundheit, da es die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen begünstigen kann. Vor allem das sogenannte viszerale Fett im Bauchraum beeinflusst wichtige Prozesse im Körper ungünstig. Die Fettverteilung lässt sich jedoch durch gezielte Massnahmen wie Ernährung, Bewegung und Lebensstil positiv beeinflussen.
Editorin

Bauchfett spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit – unabhängig vom allgemeinen Körpergewicht. Sowohl bei übergewichtigen als auch normalgewichtigen Menschen kann ein erhöhter Fettanteil im Bauchbereich mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein. Ein besonders grosser Bauchumfang (bei Frauen > 80 cm und bei Männern > 94 cm) deutet auf übermässiges Bauchfett hin. Inwiefern dieses Bauchfett gesundheitsgefährdend sein kann, hängt wesentlich von der Art der Fetteinlagerung ab: Beim Bauchfett wird zwischen dem subkutanen Fett und dem viszeralen Fett unterschieden.
Beim subkutanen Fett handelt es sich um sogenanntes Unterhautfett. Es liegt in der untersten Hautschicht und überdeckt die Bauchmuskeln. Subkutanes Fett dient dem Körper als Energiespeicher, Wärmeisolator und Schutzpolster. Übermässiges subkutanes Bauchfett ist nicht gesund, aber auch nicht schädlicher als Fett an anderen Körperstellen, wie Gesäss oder Beine. Subkutanes Fett zeichnet sich als weiches Fettgewebe ab und lässt sich gut greifen.
Das viszerale Fett oder auch Eingeweidefett umhüllt im Bauchraum Organe wie Leber, Darm und Bauchspeicheldrüse. Es dient den Organen zwar als Schutzpolster jedoch wirkt sich übermässiges viszerales Fett sehr ungesund auf den Körper aus: Es produziert hohe Mengen an entzündungsfördernden Botenstoffen, die das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes mellitus Typ 2 erhöhen. Übermässiges viszerales Fett kann das Sättigungsgefühl durch ein hormonelles Ungleichgewicht erheblich stören. Dieser Effekt kann dazu führen, dass sich bereits vorhandenes Übergewicht noch verstärkt. Viszerales Fett zeigt sich vor allem durch einen nach vorne gewölbten Bauch - kann aber auch unter subkutanem Fett «versteckt» sein. Auch schlanke Personen mit einem grösseren Bauchumfang können von übermässigem viszeralem Fett betroffen sein.
Ein hoher Anteil an viszeralem Fett erhöht das Risiko für verschiedene chronische Erkrankungen. Auch Menschen mit einem BMI im Normalbereich können von übermässigem viszeralem Fett betroffen sein und sind damit ebenfalls gefährdet, eine oder mehrere der folgenden chronischen Erkrankungen zu entwickeln:
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Das übermässige viszerale Fett setzt Botenstoffe frei, die Entzündungsreaktionen in den Blutgefässen fördern können. Dadurch steigt das Risiko für dauerhaften Bluthochdruck, Arteriosklerose und Koronare Herzkrankheiten.
Metabolisches Syndrom
Ein erhöhter Anteil an viszeralem Fett kann die Blutzucker- und Blutfettwerte ungünstig beeinflussen. Gerade bei gleichzeitigem Vorliegen von starkem Übergewicht, kann viszerales Fett Erkrankungen wie Diabetes Typ 2, Bluthochdruck und gestörte Blutfettwerte fördern. Die Kombination dieser Erkrankungen wird als metabolisches Syndrom bezeichnet.
Entzündungen im ganzen Körper
Führt das viszerale Fett zu einer dauerhaft erhöhten Freisetzung von entzündungsfördernden Botenstoffen können Organe und Gewebe belastet werden. Langfristig können die erhöhten Entzündungswerte das Risiko für Stoffwechselstörungen oder degenerative Erkrankungen des Gehirns, wie zum Beispiel Alzheimer-Demenz.
Lebererkrankungen
Viszerales Fett fördert die Ansammlung von Fett in der Leber, was zu einer nicht-alkoholischen Fettleber führen kann. Diese Erkrankung wird oft erst spät bemerkt, da sie lange symptomfrei verlaufen kann.
Ob Körperfett eher an Bauch, Hüften oder Oberschenkeln eingelagert wird, ist nicht zufällig, sondern wird durch verschiedene körperliche und lebensstilbezogene Faktoren gesteuert. Ein Teil dieser Mechanismen ist genetisch bedingt und damit unveränderbar, während andere Faktoren über die Ernährung, Bewegung und Stressverminderung beeinflusst werden können.
Die genetische Veranlagung bestimmt massgeblich, ob Fett eher an Bauch, Hüften oder Oberschenkeln eingelagert wird. Auch Hormone wie Insulin, Cortisol oder Östrogene beeinflussen, wo der Körper Fett einlagert. Gleichzeitig wirken sich Ernährung, Bewegung, Stress und Schlaf auf die Fettverteilung aus. Durch einen gesunden Lebensstil lässt sich besonders das viszerale Bauchfett gezielt reduzieren.
Die Fettverteilung im Körper lässt sich grob in zwei Typen unterteilen: gynoid und android. Beim gynoid-Typ lagert sich Fett vor allem an Hüften, Gesäss und Oberschenkeln an: Dieser Typ ist besonders häufig bei Frauen vor den Wechseljahren und oft weniger gesundheitlich riskant. Der android-Typ hingegen ist besonders durch Fetteinlagerung am Bauch gekennzeichnet und zeigt sich typischerweise bei Männern. Oft liegt beim androiden Fettverteilungstyp übermässiges viszerales Fett vor. Um den eigenen Fettverteilungstyp festzustellen, kann man das Verhältnis zwischen Taillen- und Hüftumfang miteinander vergleichen, anhand des sogenannten WHR (Waist-to-Hip-Ratio).

Übermässiges viszerales Fett lässt sich durch Anpassungen am Lebensstil reduzieren. Gerade eine Kombination aus gesunder Ernährung, genügend Bewegung und bewusster Stressreduktion fördert die Gesundheit langfristig. Statt auf kurze und intensive Diäten zu setzen, lohnt es sich, nachhaltig vorzugehen. Erfahren Sie mehr zum nachhaltigen Abnehmen mithilfe des Stoffwechsels.
Ernährung
Eine ausgewogene Ernährung ist zentral, um viszerales Fett zu reduzieren. Besonders empfehlenswert sind Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und pflanzliche Öle wie Olivenöl. Zuckerhaltige Getränke, stark verarbeitete Lebensmittel und zu viele stärkehaltige Produkte wie Weissbrot oder Teigwaren sollten eingeschränkt werden.
Bewegung & Krafttraining
Regelmässige Bewegung ist eine wichtige Voraussetzung, um viszerales Fett zu reduzieren. Ausdauertraining wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen steigert die Fettverbrennung. Krafttraining unterstützt den Aufbau von Muskelmasse, wodurch der Körper in Ruhe mehr Kalorien verbraucht.
Stressreduktion
Chronischer Stress führt zu einer vermehrten Ausschüttung des Hormons Cortisol, welches die Bildung von viszeralem Fett fördern kann. Regelmässige Achtsamkeitsübungen können helfen, Stress zu vermindern. Auch ausreichender Schlaf ist entscheidend, da Schlafmangel den Cortisolspiegel erhöhen kann.
Gerade Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährung können die Entstehung von viszeralem Bauchfett begünstigen. Ausserdem gibt es bestimmte körperliche Veränderungen und Erkrankungen, die zur übermässigen Einlagerung von viszeralem Fett beitragen können:
Diabetiker:innen (Typ 2)
Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes kann das Hormon Insulin zu einer vermehrten Fetteinlagerung im Bauchraum führen. Gleichzeitig wird der Abbau von Fett in diesen Zellen gehemmt. Dadurch steigt der Anteil des viszeralen Fettes, selbst wenn das Gesamtkörpergewicht nur leicht erhöht ist.
Menschen mit hormonellen Störungen
Hormonelle Ungleichgewichte, etwa durch Schilddrüsenunterfunktion oder erhöhte Cortisolwerte, begünstigen die Ansammlung von viszeralem Fett. Auch Störungen der Östrogen- oder Testosteronwerte können die Fettverteilung beeinflussen. Eine medizinische Behandlung kann diesem Mechanismus entgegenwirken.
Menschen mit chronischem Stress
Personen, die dauerhaft hohen beruflichen oder privaten Belastungen ausgesetzt sind, weisen durch den chronischen Stress oft erhöhte Cortisolwerte auf. Dieses Hormon kann die Ansammlung von viszeralem Fett begünstigen und selbst bei Personen mit einem BMI im Normalbereich zu vermehrtem Bauchfett führen.
Menschen mit hohem Alkoholkonsum
Alkoholkonsum fördert die Bildung von viszeralem Fett sowohl bei moderatem als auch erhöhtem Körpergewicht. Das Fett eines sogenannten Bierbauchs ist oft viszeral und gesundheitlich riskant. Die Reduktion des Alkoholkonsums kann den Abbau von viszeralem Fett unterstützen.
Frauen in den Wechseljahren
Während und nach den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel, wodurch sich die Fettverteilung verändern kann. Frauen entwickeln dadurch häufig vermehrt viszerales Fett, auch wenn es zu keiner Gewichtszunahme kommt. Gezieltes Krafttraining und eine ausgewogene Ernährung können helfen, der gesundheitlich riskanten Fettansammlung entgegenzuwirken.
TOFI ist eine Abkürzung für «Thin Outside, Fat Inside» und beschreibt den körperlichen Zustand von Personen, die äusserlich eher schlank erscheinen aber im Bauchraum übermässiges Fett aufweisen. Die Betroffenen haben einen normalen Body-Mass-Index (BMI) und typischerweise einen geringen Muskelanteil. In der Regel ist die Ursache eines solchen Körperbaus der Lebensstil in Verbindung mit einer genetischen Veranlagung. Eine unausgewogene Ernährung und Bewegungsmangel können daher auch bei schlanken Menschen zu übermässigem viszeralem Fett führen.
Ein typischer Hinweis auf übermässiges viszerales Fett ist ein erhöhtes Taille-Hüft-Verhältnis, auf englisch Waist-to-Hip-Ratio (WHR). Dieses Verhältnis berechnet man, indem man den Taillenumfang durch den Hüftumfang teilt. Die kritischen WHR-Werte hängen vom Geschlecht ab aufgrund des unterschiedlichen Körperbaus von Frauen und Männern: Bei Frauen gilt ein WHR von mehr als 0.85 und bei Männern ein WHR über 0.9 als riskant für die Gesundheit. Zudem deuten diese erhöhten WHR-Werte auf übermässiges viszerales Fett hin.
An welchen Körperstellen man beim Abnehmen Fett verliert, lässt sich grundsätzlich nicht beeinflussen. Die Fettverteilung des Körpers wird nämlich durch genetische und hormonelle Faktoren gesteuert. Handelt es sich beim eigenen Bauchfett um übermässiges viszerales Fett, gibt es hingegen Möglichkeiten, dieses gezielt zu reduzieren: Besonders eine ausgewogene Ernährung, regelmässige Bewegung und Krafttraining sowie die Verminderung von anhaltendem Stress oder Schlafproblemen kann dabei helfen, übermässiges viszerales Bauchfett zu reduzieren.