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    Abnehmspritze: Wirkung, Nebenwirkungen und für wen sie geeignet ist

    Starkes Übergewicht kann die Gesundheit belasten und ist oft trotz grosser Anstrengungen schwer zu reduzieren. In den letzten Jahren haben sogenannte Abnehmspritzen an Bedeutung gewonnen, da sie die Gewichtsabnahme medikamentös unterstützen können. Viele Patient:innen berichten von positiven Effekten, dennoch handelt es sich um eine Behandlung, die sorgfältig eingesetzt werden muss. Wie bei allen Arzneimitteln sind neben der gewünschten Wirkung auch mögliche Nebenwirkungen zu beachten.

    RD
    Rahel Drack

    Editorin

    Eine Person die sich auf einer Wage wägt

    Was versteht man unter der Abnehmspritze?

    Bei der Abnehmspritze handelt es sich um ein rezeptpflichtiges Arzneimittel, das bei starkem Übergewicht (Adipositas) oder Übergewicht mit Begleiterkrankungen eingesetzt werden kann. Ziel einer Behandlung mit der Abnehmspritze ist, Adipositas-Betroffene während einer gewissen Zeit bei der Gewichtsabnahme zu unterstützen. Je nach Wirkstoff wird die Abnehmspritze täglich oder einmal pro Woche mit einem Pen unter die Haut gespritzt. Da bei der Anwendung dieser Spritze Nebenwirkungen auftreten können, ist eine ärztliche Betreuung der Patient:innen sehr wichtig. Zu den Abnehmspritzen gehören Medikamente wie Wegovy und Mounjaro.

    Was ist die Abnehmspritze nicht?

    Die Abnehmspritze ist keine schnelle oder rein kosmetische Lösung zur Gewichtsabnahme. Sie ersetzt weder eine ausgewogene Ernährung noch regelmässige körperliche Bewegung. Im Gegensatz zu anderen Medikamenten wie klassischen Appetitzüglern oder Lipasehemmern wirkt sie über hormonelle Mechanismen auf das Sättigungsgefühl.

    Frau hält eine Gabel mit Salat in der Hand.

    Wie wirkt die Abnehmspritze im Körper?

    Die Wirkstoffe in der Abnehmspritze steigern das Sättigungsgefühl, wodurch insgesamt weniger gegessen wird. Bei Adipositas können hormonelle Prozesse der Appetitregulierung aus dem Gleichgewicht geraten, was vermehrten Heisshunger und ein vermindertes Sättigungsgefühl fördern kann. Dadurch wird es Betroffenen oft erschwert, ihre Nahrungsaufnahme zu steuern.

    Hier setzt die Abnehmspritze an: Sie verbessert die Wahrnehmung von Sättigung und Esskontrolle, dämpft das Hungergefühl und unterstützt die Appetitregulierung. Dies geschieht unter anderem durch eine verlangsamte Magenentleerung sowie durch verstärkte Signale in der Magenwand und im Gehirn. Zudem kann sie bei Personen mit Adipositas und frühen Anzeichen von Diabetes den Blutzuckerspiegel senken und so Folgeerkrankungen vorbeugen. Für diese Wirkungen sind sogenannte GLP-1-Rezeptor-Antagonisten verantwortlich, wozu die Wirkstoffe Semaglutid, Liraglutid und Tirzepatid gehören.

    Welche Nebenwirkungen kann die Abnehmspritze hervorrufen?

    Die häufigsten Nebenwirkungen der Abnehmspritze sind Kopfschmerzen, Ermüdung, Hautausschläge und Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung und Bauchschmerzen. Oft treten auch Beschwerden wie Schwindelgefühl, Magenschleimhautentzündungen (Gastritis), Blähungen, Gallensteinleiden und Haarausfall auf.

    Das Auftreten von Nebenwirkungen durch die Wirkstoffe Semaglutid und Liraglutid hängt auch von der Höhe der Dosierung ab. Zur Unterstützung der Gewichtsabnahme bei Adipositas müssen die Wirkstoffe in hohen Dosierungen verabreicht werden. Das Auftreten von Nebenwirkungen kann jedoch vermindert werden, in dem die Dosierung des Wirkstoffs angepasst wird. Beim Auftreten von Nebenwirkungen sollte ärztlicher Rat beigezogen werden, um Nutzen und Risiken dieser Behandlungsmethode aus medizinischer Sicht abwägen zu können.

    Kommt es nach dem Absetzen der Abnehmspritze zu einem Jo-Jo-Effekt?

    Nach dem Absetzen der Abnehmspritze kommt es bei einigen Patient:innen zu einer erneuten Gewichtszunahme. Ob ein sogenannter Jo-Jo-Effekt auftritt, hängt stark davon ab, wie gut Ernährung und Bewegung langfristig umgesetzt werden. Eine stabile Lebensveränderung ist daher entscheidend, um das erreichte Gewicht zu halten.

    Erfahren Sie mehr zum Absetzen der Abnehmspritze und welche Massnahmen dabei helfen können, das erreichte Gewicht langfristig zu stabilisieren.

    Für wen eignet sich die Abnehmspritze?

    Abnehmspritzen mit den Wirkstoffen Semaglutid oder Liraglutid sind in der Schweiz zur Bekämpfung von Adipositas zugelassen. Zudem dürfen die Medikamente bei übergewichtigen Menschen mit gewichtsbedingten Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes Typ 2 angewendet werden. Die Gewichtsabnahme mithilfe einer Abnehmspritze eignet sich insbesondere dazu, gesundheitliche Risiken von Adipositas, wie das metabolische Syndrom zu vermindern. Da Übergewicht aber nicht zwingend zu Folgeerkrankungen führt, ist die Abnehmspritze nicht für alle Adipositas-Betroffenen notwendig.

    Eine weitere Voraussetzung für die Behandlung mit der Abnehmspritze ist, dass die Patientinnen und Patienten neben der medikamentösen Therapie weitere Massnahmen zur Gewichtsreduktion umsetzen. Dazu gehören eine Steigerung der körperlichen Aktivität, eine nachhaltige Umstellung der Ernährung sowie je nach individueller Situation eine begleitende Verhaltenstherapie.

    Gibt es natürliche Alternativen zur Abnehmspritze?

    Es gibt leider keine natürlichen Arzneimittel, welche das Sättigungsgefühl und den Appetit im gleichen Ausmass regulieren können wie die Abnehmspritze. Zur moderaten Verminderung des Appetits gibt es jedoch natürliche Präparate: Sie basieren auf sogenannten Quellmitteln, die den Magen füllen und dadurch den Appetit reduzieren können. Solche Nahrungsergänzungsmittel ersetzen jedoch keine ärztlich begleitete Adipositas-Therapie.

    Zudem kann das Sättigungsgefühl mit der eigenen Ernährung unterstützt werden:

    • Eiweissbetonte Ernährung: Fettarmes Fleisch, Magerquark, Sojaprodukte wie Tofu und Kombinationen aus Eiern mit Kartoffeln
    • Regelmässige Mahlzeiten ohne Zwischenmahlzeiten (Snacks)
    • Ballaststoffreiche Nahrungsmittel vorziehen: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte wie z.B. Linsen, Gemüse und Früchte.
    • Bevorzugen von zuckerarmen Speisen und Getränken.
    • Langsames und bewusstes Essen

    Auch regelmässige Bewegung, genügend Schlaf und ein gleichmässiger Tagesrhythmus können die Regulierung des Hungergefühls positiv beeinflussen. Erfahren Sie mehr zur Steuerung des Sättigungsgefühls und zum Einfluss des eigenen Lebensstils.

    Da Adipositas-Betroffene häufig hormonell bedingt unter einem verminderten Sättigungsgefühl leiden, reichen diese Massnahmen zur Appetitreduktion jedoch häufig nicht aus. Sie stellen daher keine gleichwertige Alternative zu medikamentösen Therapien dar, die gezielt in hormonelle Sättigungsmechanismen eingreifen können.

    Wer über eine Behandlung mit einer Abnehmspritze oder anderen Therapieformen nachdenkt, sollte dies immer mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen. Eine medizinische Fachperson kann beurteilen, welche Behandlung im individuellen Fall sinnvoll und sicher ist.

    Häufig gestellte Fragen:

    Erste Effekte auf den Appetit können bereits wenige Stunden nach der ersten Injektion spürbar sein. Eindeutige Gewichtsverluste treten bei vielen Patient:innen erst nach einigen Wochen auf.

    Mit einer umfassenden Therapie, bei der zusätzlich zur Abnehmspritze auch noch Begleitmassnahmen wie eine Ernährungsumstellung umgesetzt werden, kann eine markante Gewichtsabnahme erzielt werden: Während ca. eineinhalb Jahren sinkt das Ausgangsgewicht durchschnittlich um rund 10 %.

    Ja, die Abnehmspritze kann den Blutzuckerspiegel senken, insbesondere bei Personen mit erhöhtem Risiko für Typ-2-Diabetes. Dabei fördert sie eine bessere Reaktion der Insulinrezeptoren und hemmt Prozesse, die den Blutzuckerspiegel erhöhen.

    Inhalt
    • Was versteht man unter der Abnehmspritze?
    • Wie wirkt die Abnehmspritze im Körper?
    • Welche Nebenwirkungen kann die Abnehmspritze hervorrufen?
    • Kommt es nach dem Absetzen der Abnehmspritze zu einem Jo-Jo-Effekt?
    • Für wen eignet sich die Abnehmspritze?
    • Gibt es natürliche Alternativen zur Abnehmspritze?

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