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Ab wann stellt Übergewicht ein gesundheitliches Risiko dar? Die Messwerte BMI (Body-Mass-Index) und WHR (Waist-to-Hip-Ratio) liefern klare Anhaltspunkte, um das Gewicht im Verhältnis zur Körpergrösse und die Fettverteilung am Körper einzuschätzen. Während der BMI eine erste Orientierung über Unter-, Normal- oder Übergewicht bietet, zeigt die WHR, ob sich besonders gesundheitlich riskantes Bauchfett angesammelt hat. Zusammengenommen geben diese Messwerte wertvolle Hinweise auf das individuelle Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und andere Folgeerkrankungen.
Editorin

Der Body-Mass-Index (BMI) ist eine Kennzahl, die das Körpergewicht in ein Verhältnis zur Körpergrösse setzt und zur groben Einschätzung des Körpergewichts dient. Anhand einer festgelegten Klassifikation gibt er einen Hinweis auf Untergewicht, Normalgewicht oder Übergewicht. Der BMI wird berechnet, indem das Gewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergrösse in Metern geteilt wird. Kennen Sie Ihren BMI? Stellen Sie Ihn ganz einfach anhand des BMI-Rechners fest.
Die Klassifikation von BMI-Werten dient als Orientierung, um mögliche gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen. Werte ausserhalb des Normalbereichs können darauf hinweisen, dass eine ärztliche Abklärung des eigenen Körpergewichts sinnvoll ist.
Ein BMI ausserhalb des Normalbereichs kann auf gesundheitliche Risiken oder zugrundeliegende Erkrankungen hindeuten. Im medizinischen Bereich wird der BMI daher häufig als Entscheidungshilfe für weiterführende Abklärungen genutzt. Der BMI kann auch eine Voraussetzung für die Verschreibung bestimmter Medikamente sein, etwa im Rahmen der Behandlung von starkem Übergewicht.
Der BMI gibt nur eine grobe Orientierung und sagt wenig über den tatsächlichen Körperbau aus. Wichtige Faktoren wie Muskelmasse, Fettanteil und Fettverteilung des Körpers werden dabei nicht berücksichtigt. Bei sehr grossen und schlanken Menschen kann der BMI auf Untergewicht hinweisen, während er bei manchen muskulösen Personen ein vermeintliches Übergewicht nahelegt. Umgekehrt kann bei Menschen mit übermässigem Bauchfett ein BMI im Normalbereich bestehen, obwohl ein erhöhtes Gesundheitsrisiko vorliegt.

Ein BMI von über 25 deutet auf Übergewicht hin. Gerade bei Erwachsenen mit einem hohen Muskelanteil stellt ein solcher BMI aber nicht zwingend ein Gesundheitsrisiko dar. Wird bei einem erhöhten BMI hingegen ein hoher Körperfettanteil vermutet, ist es gesundheitlich sinnvoll, Massnahmen zur Gewichtsreduktion zu ergreifen.
Damit ein solches Vorhaben nachhaltig wirksam ist, hilft ein langfristiges Umstellen des Lebensstils. Erfahren Sie mehr zum gesunden Abnehmen mithilfe des eigenen Stoffwechsels.
Oft spielt die Ernährung eine grosse Rolle bei der Entstehung von Übergewicht. Nicht nur die Menge der zugeführten Kalorien, sondern auch das Essverhalten an sich kann eine übermässige Gewichtszunahme begünstigen. Gerade Störungen des Sättigungsgefühls beeinflussen das eigene Essverhalten negativ.
Erfahren Sie folgende Tipps zur ausgewogenen Ernährung im Alltag und zum Umgang mit Heisshunger.
Ab einem BMI von 30 wird von Fettleibigkeit oder Adipositas gesprochen. Dabei handelt es sich um eine chronische Erkrankung, bei der das Körperfett übermässig zunimmt. Adipositas erhöht das Risiko für Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes und belastet die Gelenke. Erfahren Sie mehr zu den Ursachen, Folgeerkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten bei Adipositas.
Abhängig vom BMI wird zwischen drei verschiedenen Schweregraden von Adipositas unterschieden. Diese Einteilung hilft Adipositas-Betroffenen bei der Einschätzung des eigenen Gesundheitsrisikos. Zudem dienen die Schweregrade als Orientierung um passende Behandlungsmassnahmen festzulegen.
Gerade bei starkem Übergewicht mit einem grossen gesundheitlichen Risiko kann es medizinisch sinnvoll sein, das Abnehmen medikamentös zu unterstützen. Ab einem BMI von 30 oder einem BMI von 27 mit übergewichtsbedingten Folgeerkrankungen gibt es die Möglichkeit zur Behandlung des Übergewichts mit einer Abnehmspritze. Diese hilft dabei, die Nahrungsaufnahme zu reduzieren, indem sie den Appetit vermindert und das Sättigungsgefühl stärkt. Erfahren Sie mehr zum Wirkmechanismus der Abnehmspritze.
Für die Verschreibung einer Abnehmspritze und für die Kostenübernahme einer solchen Behandlung sind jedoch bestimmte Voraussetzungen notwendig.

Der Waist-to-Hip-Ratio (WHR) beschreibt das Verhältnis von Taillenumfang zu Hüftumfang und dient zur groben Einschätzung der Fettverteilung im Körper. Er wird berechnet, indem der Taillenumfang durch den Hüftumfang geteilt wird. Ein erhöhter WHR weist auf vermehrtes Bauchfett hin, das mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen verbunden ist.
Zur Einschätzung des gesundheitlichen Risikos der jeweiligen Fettverteilung gibt es bestimmte Grenzwerte. Grundsätzlich gilt: Je höher der WHR, desto grösser ist der Anteil des Körperfetts im Bauchbereich, der mit einem erhöhten gesundheitlichen Risiko verbunden ist. Da sich die Fettverteilung zwischen Frauen und Männern unterscheidet, werden die Grenzwerte geschlechtsspezifisch definiert. Bei Frauen wird ein WHR von über 0.8 und bei Männern von über 1.0 als gesundheitsgefährdend eingestuft.
Der WHR gibt einen Hinweis auf die Verteilung des Körperfetts, insbesondere ob sich vermehrt Fett im Bauchraum ansammelt. Ein erhöhter WHR weist auf sogenanntes viszerales Bauchfett hin, das als besonders gesundheitlich riskant gilt. Erfahren Sie mehr zum gefährlichen Bauchfett und wie sich die Fettverteilung des Körpers beeinflussen lässt.
Übergewicht wird gesundheitlich relevant, wenn es mit einem erhöhten Risiko für Stoffwechsel-, Herz-Kreislauf- oder andere Folgeerkrankungen einhergeht. Der BMI dient als Orientierungsinstrument zur Einordnung des Körpergewichts, berücksichtigt die Fettverteilung des Körpers jedoch nicht. Der WHR ergänzt diese Einschätzung, da er gezielt die Verteilung des Körperfetts und insbesondere das gesundheitlich bedeutsame Bauchfett berücksichtigt. In Kombination ermöglichen BMI und WHR daher eine differenzierte Bewertung des individuellen gesundheitlichen Risikos. Eine abschliessende Beurteilung sollte jedoch immer im Rahmen einer ärztlichen Abklärung erfolgen, bei der auch weitere Faktoren berücksichtigt werden.